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  • Oliver Wehrli

Bildkomposition: Die wichtigste Komponente in jedem Foto

Wer sich mit Fotografie beschäftigt, wird schnell feststellen, dass ein gutes Bild mehr ist als Fototechnik und weitere Faktoren. Ohne Beachtung mancher Regeln der Bildkomposition werden keine hervorragenden Bilder entstehen. Malerei, Musik und Fotografie leben von der Komposition. Eine gute Fotografie bringt unabhängig einer Aussage auch immer eine durchdachte Bildkomposition mit.


Wer also interessante Fotos machen möchte, muss wissen, wie er seine Motive in Szene setzt. Die Bildgestaltung ist demzufolge die wichtigste Grundlage zu einem guten Foto. Der französische Maler Pierre Bonnard (1867-1947) sagte:

Jede Kunst ist Komposition - das ist der Schlüssel zu allem.

Für die Bildkompositionen gibt es Regeln. Die kann man lernen und bewusst anwenden. Man scannt quasi den Bildausschnitt ab und überlegt sich, ob die Regeln oder eine der Regeln eingehalten wurden. Der schwierigere und nächste Schritt kommt dann, wenn die eine oder andere Regel bewusst über Bord geworfen wird wenn es der Bildaussage förderlicht ist.


Man merkt es einem Bild an, ob der Fotograf die Regeln kennt und bewusst nicht eingehalten hat, oder ob er von der Bildkomposition wenig Ahnung hat.


Im untenstehenden Bild (Larix) zeige ich zwei Beispiele anhand von Richtlinien. Links zeigt die Linienführung im Schnitt der goldenen Dreiecke die von links unten zum Baum führen. Dadurch wird das Bild in eine Reihe von Dreiecken zerteilt und erhält starke Diagonalen, die den Linien der „goldenen Dreiecke“ folgen. Im Beispiel rechts ist es die Darstellung der goldenen Schnittregel.

Es ist eine gute Übung, eine oder zwei Regeln immer wieder bewusst zu nutzen. Ein anderes Mal lässt du die Regeln komplett weg und vergleichst anschliessend die Resultate. Nach kurzer Zeit setzt du diese Richtlinien selbstverständlich ein und fängst an, sie ganz natürlich zu verwenden, ohne dass du noch darüber nachdenken musst. Bei obigem Bild habe ich nicht bewusst eines der beiden Schnittbilder angewendet, sondern es lief ganz automatisch ab, ohne dass ich darüber nachgedacht habe.


Aus der Praxis

Du bist am Ort angekommen. Das Licht meint es heute gut und die Kamera ist auslösebereit. Doch halt! Eine wichtige Zutat fehlt noch, bevor du nun gleich den Auslöser drückst. Diese wird massgebend darüber entscheiden, ob das Foto gut werden kann. Die Rede ist von der Bildkomposition.


Eine gute Komposition unterstreicht die Bildaussage

Ziel einer guten Bildkomposition ist es, den Betrachter durch das Bild zu führen. Schliesslich will man, dass die Bilder genauer angeschaut werden und man nicht nur einen kurzen Augenschein darauf wirft. Mit einer gelungenen Bildkomposition ziehst du den Betrachter in dein Bild und lenkst seinen Blick.


Eine kleine Übung

Wenn man bei der Bildkomposition einige Dinge beachtet, lässt sich aus Bildern viel mehr herausholen, um den Betrachter in den Bann zu ziehen oder zu leiten. Hier eine Anregung und kleine Übung dazu:


Nimm deine Kamera und mache bei einem ausgesuchten Motiv ein Bild! Eines! Nicht 10 oder 100. Nur ein einziges. Das aber gestaltest du ganz bewusst - auch ohne Kenntnis vieler Regeln. Richte deine Kamera aus und schaue auf das Display oder in den Sucher:

  • Wo ist das Hauptmotiv platziert?

  • Gibt es Elemente, die besonders herausstechen?

  • Gibt es störende Elemente?

  • Wie ist die Bildaussage?

  • Was macht das Licht?

Ändere allenfalls den Bildausschnitt oder die Perspektive. Wenn du sicher bist, so und nicht anders soll dein Bild aussehen, stellst du die Belichtung ein und löst aus. Am besten funktioniert diese Übung mit Stativ.


Wenn immer möglich nach dem Motto „WENIGER IST MEHR“ vorgehen. Ein Bild wird nicht besser, wenn man versucht, so viel wie möglich darauf unterzubringen. Auch in einem unruhigen Waldabschnitt ist es wichtig auf das Wesentliche zu fokussieren um Ruhe ins Chaos zu bringen. Der Blick des Betrachters soll geführt werden. Bei der Landschaftsfotografie sollen nicht zu viele Dinge den Bildaufbau stören.


Ich wünsche viel Spass beim Fotografieren.

Oliver

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